Die Entstehung der Gemeinde

Das erste Gemeindehaus wird gebaut

Besonders wichtig für die weitere Entwicklung unserer Gemeinde wurde der Bau eines eigenen Versammlungshauses im Jahre 1908. Die Versammlungen immer in den Wohnhäusern zu halten, war mit mancherlei Unzuträglichkeiten verbunden. Die Räume wurden mit der Zeit zu klein. Auf Anregung des Schmiedemeisters Willi Hild baute man ein "Vereinshaus", wie die Gemeinschaftshäuser im Siegerland und in unserer Gegend genannt werden. Zutreffender ist für unsere Verhältnisse allerdings die Bezeichnung Gemeindehaus. Ober die Ausführung des Vorhabens berichtet Willi Hild anläßlich des 25jährigen Jubiläums des Gemeindehauses am 22. November 1933: "Dann kam die Zeit, wo wir dieses Haus bauten, in dem wir heute hier zusammen sind. 1908 kam ich zufällig mit dem Bruder L o u i s  D i e h l zusammen, sein Vater war gebürtig von Medenbach, und nun ist Bruder Diehl schon lange daheim, 1915 ist er gefallen. Das Grundstück, auf dem unser Gemeindehaus jetzt steht, gehörte Bruder Diehl. Es wurden damals solche Häuser in Langenaubach und Mademühlen gebaut. Ich sagte zu Bruder Diehl, wenn wir einen geeigneten Platz hätten, würden wir auch ein Haus bauen. Er erklärte sich dann sofort bereit, seine Wiese zur Verfügung zu stellen. Doch da unterlief ein Fehler. Bruder Diehl wollte die ganze Wiese zur Verfügung stellen. Ich sagte ihm aber, daß wir nicht die ganze Wiese brauchten. Das war ein Fehler. Wir fingen nach der Heuernte an zu bauen. Auch da war der Anfang nicht ohne Fehler. Wir hatten Steine angefahren, aber nicht genug. Als weitere Steine angefahren werden sollten, da haben wir alle versagt. Aber dann ging es doch weiter, und wir haben mit großem Fleiß und Eifer gebaut. Wir müssen hier bekennen, daß der HErr zu diesem Werk Gnade geschenkt hat. Die meisten Arbeiten am Bau haben wir selbst gemacht. Nur die Wände mit dem Verputz und Holz haben die Handwerker erstellt. Auch die Bänke haben wir selbst geschreinert. Oft haben wir bis 1.00 Uhr nachts auf dem Dach mit Lampen ge­ arbeitet. Bei allem Wirken haben wir uns nicht müde gefühlt, und der HErr hat uns gesegnet. Am 22. November 1908 durften wir unser Heim einweihen. Zu dieser Einweihungsfeier hatten wir Bruder Weinstock d. Ält. aus Düsseldorf eingeladen. Bei seiner Ansprache hat er u. a. gesagt: "Ich freue mich, daß ihr ein so einfaches Haus gebaut habt."